Die Geschichte der Tomburg

 

Römerzeit

Wahrscheinlich römischer Beobachtungsposten. Zahlreiche Münz- und Keramikfunde belegen dies.

 

Gründung

Vermutlich entstand sie um 900 (genauere Angaben konnten bisher nicht ermittelt werden) auf dem Gebiet des Flamersheimer Königshofes (bereits 870 urkundlich erwähnt) als Herrensitz und wurde in den folgenden Jahrhunderten zur Burg ausgebaut.
Seit der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts war die Tomburg Amtssitz der Lothringischen Pfalzgrafen aus dem Geschlecht der Ezzonen.

 

991

Ezzo (Ehrenfried – Pfalzgraf 996-1034) heiratet Mathilde, die Schwester Otto III
Der Legende nach soll Ezzo sie beim Schachspiel von Otto III gewonnen haben. Diese Heirat macht Ezzo zu einem der mächtigen und einflussreichen Reichsfürsten. Aus dieser Ehe gehen 10 Kinder hervor, 7 Töchter und 3 Söhne. Er starb am 21.05.1034
– Ludolf, Vogt von Brauweiler und Bannerträger des Kölner Erzbischofs, hielt die Grafschaft Zytphen (Niederlande), + 12.04.1031, begraben in Brauweiler.
– Otto, Pfalzgraf 1035-1045, Herzog von Schwaben, + 7.9.1047 auf der Tomburg, begraben in Brauweiler.
-Hermann. Erzbischof von Köln (1036 – 1056), Kanzler des deutschen Kaisers, Erzkanzler des Papstes Leo IX., +11.02.1065.
– Richeza. Königin von Polen, + 21.03.1063 in Saalfeld, beigesetzt in Köln St. Maria ad Gradus, 1817 in den Kölner Dom überführt, da St. Maria ad Gradus abgerissen wurde.
– Adelheid. Äbtissin von St. Gertrud in Nivelles, + 1011, überführt nach Brauweiler 1051.
– Theophanu, Äbtissin von Essen, + 05.03.1058.
– Heilwig, Äbtissin von Neuss, + 1076
Ida, Äbtissin von Maria im Kapitol in Köln von Stift Gandersheim +1060.
Mathilde, Äbtissin von Villich und Diethkirchen + nach 1021
Sophia; +nach 1045 Äbtissin von Mainz

 

1002

Kaiser Otto III. stirbt in Italien. Auf Geheiß des Kaisers soll der Erzbischof von Köln die Reichsinsignien auf die Tomburg bringen. Das deutet darauf hin, dass Schwager Ezzo sein Nachfolger werden soll. Herzog Heinrich von Bayern bemächtigt sich der kaiserlichen Insignien und hält Erzbischof Heribert so lange fest, bis er auch die heilige Lanze erhält, die man zur Tomburg vorausgesandt hat. Heinrich wird schließlich Nachfolger Otto III.

 

1012

Erste urkundliche Erwähnung der Tomburg. Ezzo hält den Herzog Dietrich von Oberlothringen auf der ‚Tonaburg“ gefangen.

 

um 1060

Das Geschlecht der Ezzonen stirbt aus. Die Jahrzehnte der Blüte sind vorbei.

 

um 1090

Die Tomburg kommt in den Besitz der Grafen von Kleve. Die Befestigungsanlagen werden systematisch ausgebaut.

 

1230

Hermann von Müllenark wird mit der Tomburg belehnt. Später nennt er sich „von Tornburg“.
Die geografische Lage zwischen dem Herrschaftsbereich der Jülicher und dem Erzbischof von Köln bestimmt von nun an bis zum bitteren Ende das Schicksal der Tomburger und zwingt sie zu einer Art „Schaukelpolitik“. Zunächst auf der Seite des Erzbischofs wechselt Konrad von Müllenark zu den Jülichern.

 

1249

Erfolglose Belagerung der Tomburg und des Gutes Klein-Altendorf durch den Erzbischof von Köln

 

1251

Friedensvertrag von Neuss: Köln und Jülich schließen einen Vergleich wegen der vorausgegangenen Belagerung.

 

1262

Zweite erfolglose Belagerung durch den Kölner Erzbischof.

 

1288

Schlacht bei Worringen: Hermann von der Tomburg auf der Jülicher Seite.

 

1301

Konrad von der Tomburg schließt sich dem Erzbischof Wikbold von Köln an.

 

1339

Werner von der Tomburg trägt die Tomburg dem Kölner Erzbischof Walram zu Lehen auf, er erhält 1000 kleine Gulden. Dieser Vorgang belegt: Die Tomburger geraten in immer größere finanzielle Schwierigkeiten und damit in eine totale Abhängigkeit vom Kölner Erzbischof. Der allgemeine Niedergang des niederen Adels macht auch vor den Tomburgern nicht halt.

 

1360

Werner von der Tomburg wird von der Burg verjagt. Er hat Kölner Güter und Leute in der Umgebung angegriffen. Seine Söhne Konrad und Friedrich teilen sich die Nachfolge. Die wirtschaftliche Lage wird immer prekärer. Die Vorherrschaft der Geldwirtschaft und das Aufblühen landesherrlicher Städte (z.B. das kurkölnische Rheinbach in unmittelbarer Nachbarschaft) beschleunigen den weiteren Niedergang. Konrad und Friedrich werden zu Raubrittern.

 

1375

Die beiden Brüder müssen dem Druck der Jülicher und der Kölner endgültig nachgeben und auf kleine, gewinnbringende Fehden verzichten. Die Tomburg ist bedeutungslos geworden. Konrad und Friedrich geben die Burg als Wohnsitz auf.

 

1396

(1396) Konrad baut die Wasserburg Miel zu seinem Wohnsitz aus. Friedrich heiratet 1365 eine Tochter von der Landskron und wohnt vornehmlich dort.

 

1401

Konrad von der Tonburg stirbt. Die Tonburg wird mit einer Erbhälfte der Herrschaft Landskron verschmolzen.

 

1419

Der letzte männliche Tomburger, Friedrich von Tonburg und Landskron, muss den Besitz an seinen Schwiegersohn verpfänden.

 

1420

Friedrich von der Tonburg und Landskron stirbt. Die Folgezeit ist geprägt von heftigen Erbauseinandersetzungen. Zeitweise streiten fünf Parteien um die „Samtherrschaft“.

 

1467

Friedrich von Sombreff, einer der Erben, wohnt wieder auf der Tonburg.

 

1473

In einer weiteren Auseinandersetzung zwischen Köln und Jülich, der Kölner Stiftsfehde, gerät Friedrich von Sombreff zwischen die Fronten. Die Jülicher rücken an und belagern acht Wochen die Burg. Am 08.09.1473 flieht Friedrich zusammen mit zwei Begleiten von der Burg. Noch am selben Tag

 

1867

Julius von Bemberg schenkt die Burgruine der Stadt Rheinbach
In den folgenden Jahrhunderten ist die Familie von Quad im Besitz der Tomburg
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kommt die Ruine in die Hände der Familie von Dalwigk, später in die derer von Vincke und von Schulenburg.
In der ersten Hälfte werden mehrere Hänge des Tombergs verkauft und als Steinbruch genutzt.

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